Lehrer der Berufsbildenden Schulen Aschersleben-Staßfurt „WEMA“ auf Fortbildung bei den Ausbildungsbetrieben ihrer Schüler

Für die Lehrkräfte des Fachbereichs Metalltechnik der BbS „WEMA“ Aschersleben-Staßfurt hat die intensive Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben oberste Priorität. So gehört es mittlerweile zur Tradition, jährlich eine Betriebsbesichtigung in einem Ausbildungsbetrieb durchzuführen. In diesem Jahr besuchten wir das esco Werk in Bernburg. Nach der Begrüßung und Einweisung durch esco-Mitarbeiter Tino Renkowski konnten acht Kollegen das Bergwerk unter Tage besichtigen. Dort wurde uns erklärt, wie aus den einzelnen Bergwerksfeldern Salz gewonnen und anschließend weiter verarbeitet wird. Beeindruckt stellten wir während der Fahrt durch die Stollen fest, wie weitläufig sich das Gelände unter Bernburgs Straßen und darüber hinaus gestaltet. Zur selben Zeit schauten sich die anderen Kollegen über Tage einen Mahlanlage, das Zwischenlager sowie die Verladung des Bernburger Werks an. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erlebten wir schließlich, wie im Salzturm das Salz von unter nach über Tage gefördert wird, hierbei werden 20t Salz in einem einzigen Fördergefäß transportiert. Beim abschließenden Besuch der mechanischen Werkstatt lernten wir die Arbeitsplätze einiger unserer Auszubildenden kennen. Durch diese Betriebsbesichtigung konnten alle Kollegen neue Erkenntnisse gewinnen, die dann zukünftig im Unterrichtsgeschehen ihren Platz finden werden.


Die BbS „WEMA“ Aschersleben-Staßfurt bilden seit vielen Jahren Industriemechaniker aus, die unter anderem im esco Werk Bernburg ihre praktische Ausbildung durchlaufen. Die Kollegen des Fachbereichs Metalltechnik aus Aschersleben nutzten diese schulinterne systemische Fortbildung, um den für uns so bedeutsamen Austausch zwischen Betrieb und Schule weiter zu fördern. Außerdem bot uns der Betriebsrundgang die Möglichkeit, das fachliche Wissen aufzufrischen bzw. zu erweitern. Die Erkenntnisse aus der Praxis kommen unseren Auszubildenden bei der inhaltlichen Planung der Lernfelder zugute und garantieren somit einen anschaulichen und praxisnahen Unterricht.

 

Autor: HAM (11.10.2018)

>Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden.<

So lautet der Titel des Programms der Gedenkstätte am Moritzplatz in Magdeburg. In der DDR war es eine Untersuchungshaftanstalt, die vom „Ministerium für Staatssicherheit der DDR“ (MfS) für den Bezirk Magdeburg genutzt wurde.

Inhaftiert waren hier Menschen, die versuchten die ehemalige Deutsche Demokratische Republik zu verlassen, um in Freiheit oder in wirtschaftlich besseren Verhältnissen zu leben.

 

Ich bin in Magdeburg aufgewachsen, ca. 300 Meter Luftlinie von der Untersuchungshaftanstalt. Das ehemalige Gefängnis war eingebettet in einem Wohngebiet mit Plattenbauten und Gebäuden aus der Gründerzeit. Kirche, Kino und Schule befinden sich immer noch in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen „Stasiknast“. Als Kind nahm ich die Untersuchungshaftanstalt nicht wahr, sie lag auf der anderen Seite der Westtangente bzw. des Magdeburger Rings. Als ich älter wurde fragte ich meine Eltern, was das für ein großes Haus ist. „Frag nicht.“ lautete ihre Antwort. Meine Eltern ahnten scheinbar schon, was dort passierte und wussten, dass es wohl besser wäre, nicht darüber zu reden, damit ich mich nicht in der Schule verspreche und sie Ärger bekamen.

(Persönliche Erinnerungen des Autors)

 

Am 29. August 2018 besuchten die angehenden Industriekaufleute (INK 17) und die FachoberschülerInnen (2FOW18) die Gedenkstätte am Moritzplatz. Die Klassen wurden durch die Gefängniszellen und den Außenbereich geführt. Im Anschluss erfolgte die Besichtigung der Dauerausstellung und abschließend bekamen die SchülerInnen die Möglichkeit zu einem Zeitzeugengespräch mit einem ehemaligen Häftling dieser Untersuchungshaftanstalt.

 

„Mit großem Entsetzen erkannten wir, in welch katastrophalen und menschenunwürdigen Zuständen die Menschen hier inhaftiert wurden. Die Zellen und der Außenbereich waren sehr klein und nur mit dem nötigsten Mobiliar ausgestattet.“

(Auszug aus dem Exkursionsbericht von Marie Luise)

 

„Bereich des Freigangs (…) dreieinhalb bis vier Quadratmeter große vollkommene abgeschottete Zellen im Außenbereich. (…) vollkommene Isolation (…) enorme psychische Folter.“

(Auszug aus dem Bericht von Stefanie und Lucas)

 

Wir danken der Gedenkstätte „Moritzplatz“, die uns die Einblicke in die jüngere deutsche Geschichte ermöglicht hat. Unser weiterer Dank gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt finanziell gefördert hat.

 

Autor: BÄM (27.09.2018)

Durchschnittliche Lebenserwartung: 6 Wochen

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Wie lange kann man einen 14 stündigen Arbeitstag mit sehr schweren körperlichen Belastungen überleben, wenn man täglich nur 130 Gramm Schokolade oder 135 Gramm Kartoffelchips zum Essen bekommt?

Der Energiebedarf von ca. 700kcal, den diese Menge Schokolade bzw. Chips enthalten entspricht der Tagesration eines KZ-Häftlings*. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung im KZ Langenstein-Zwieberge lag bei 6 Wochen.
Am 21. August 2018 besuchten die Einzelhandels- und Verkäuferklassen (EHK 16 und VEK 16A) die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge. Die Klassen bekamen zunächst eine Führung durch die Produktionsanlage unter Tage.

 

Kein Unbeteiligter kann sich auch nur ansatzweise vorstellen, welche menschenverachtenden und lebensunwürdigen Ausmaße zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland geherrscht haben.(…) Wir gingen den denselben Weg zum Stollen, sahen die unzumutbaren Lebensbedingungen und erfuhren mehr zu dem kräftezehrenden und grausamen Arbeitsalltag, den die Insassen täglich zu überleben versucht haben. (Auszug aus dem Exkursionsberichts von Maximilian)

 

Im Anschluss erkundeten die Klassen die Außenanlagen des ehemaligen Konzentrationslagers.

 

Geocaching war angesagt. Wir fanden es cool mit dem digitalen Kompass und Tablet los zu gehen. Allerdings war die Freude schnell wieder vergangen als wir die Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge kennen lernten. 400 Menschen in einer Baracke? Für uns nur schwer vorstellbar! Essen war Mangelware. Es gab Suppe und eine Scheibe Brot. Und das jeden Tag. Kein Wunder, warum die Lebenserwartung maximal 6 Wochen betrug.

(Auszug aus dem Bericht von Joe)

 

Wir danken den Mitarbeitern der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge für die Möglichkeit zur Besichtigung des Außengeländes sowie zur Führung durch den Produktionsstollen. Unser weiterer Dank gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Schulfahrt finanziell gefördert hat.

 

* Die Kalorienmenge wurde aufgrund der Aussage des ehemaligen KZ-Häftlings Ryszard Kosinski (Quelle: Foto) und unter Verwendung eines Nährwertrechners im Internet (Quelle: https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerttabelle/) ermittelt.

 

Autoren: HOM/ BÄM (18.09.2018)

Reisebericht der Fahrt in die Gedenkstätten der Deutschen Teilung
Marienborn und Hötensleben

 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 und dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland wurde mit dem Potsdamer Abkommen Deutschland am 2. August 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Schnell kam es zu Spannungen zwischen den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion. Die drei westlichen Zonen standen der Sowjetunion gegenüber. Mit der fortschreitenden Konfrontation zwischen Ost und West und der unangekündigten Währungsreform 1948 in der Trizone, die in einer Berlin Blockade gipfelte, wurde Deutschland im Jahr 1949 geteilt. Es entstanden die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR).


Mit der neuen Republik im Osten Deutschlands sollte ein Land nach sowjetischem Vorbild entstehen, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind und in dem allen alles gehört. Die Wahrheit sah anders aus. Es entstand ein Land, in dem eine einzige Partei (die SED) über alles bestimmte. Freie Berufswahl, freie Medien oder freie Meinungsäußerungen wurden unterbunden, Familien zerrissen und Menschen systematisch beobachtet und kontrolliert.


Die Grenzpassage Helmstedt – Marienborn sowie der ehemalige Grenzabschnitt Hötensleben gehören zu den herausragenden Erinnerungsorten der deutschen und europäischen Teilungsgeschichte in der Zeit des Kalten Krieges.
Am 23.08.18 besuchten die Industriemechaniker/-innen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres die Gedenkstätten der innerdeutschen Teilung. Zuerst ging es nach Marienborn. Durch die Autobahn A2 entwickelte sich dieser Ort zum größten und wichtigsten Kontrollpassierpunkt an der Grenze. Die beiden Klassen besichtigten das ehemalige Kontrollareal mit Passkontrolle, Zollkontrolle, Kontrollgarage, Kommandantenturm sowie die Sonderausstellung mit zahlreichen Informationen und Exponaten. Am interessantesten wurden die Selbstschussanlage und der sogenannte „Pfiffie“, eine KFZ-Rollsperre, die sogar einen 50-Tonnen LKW zum Stillstand bringen konnte, aufgenommen.


Nach einer kurzen Mittagspause wurde der ehemalige Grenzabschnitt Hötensleben besucht. Die Gedenkstätte umfasst ein im Original erhaltenes Teilstück der Grenzanlagen der DDR. Der wohl prägendste Aspekt war die Lage der Einrichtung selbst. Alle Mauern, Zäune und Barrikaden wurden „freundwärts“ angelegt. Sie zeigten also in die Ostzone und waren somit konzipiert, Menschen die Einreise in den Westen, wenn nötig auch gewaltsam, zu verwehren.
Wir danken der Gedenkstätte für die interessante Gestaltung des Tages sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt gefördert und ermöglicht hat.

 

Autor: MAC (13.09.2018)

Reisebericht der Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager
Langenstein-Zweiberge

 

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Treblinka, Ausschwitz und Buchenwald sind fest verankerte Begriffe für die Grausamkeiten des NS-Regimes. Das Netz war jedoch dichter geknüpft. In vielen Teilen unseres Landes finden sich teils unbekannte Konzentrationslager. Am 12. Juni 2018 besuchten die Verkäufer des ersten Ausbildungsjahres (VEK 17B) sowie die angehenden Einzelhändler (EHK 17) die KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Ein Ort, an dem Menschen zur Arbeit gezwungen wurden und unter kaum vorzustellenden Bedingungen vegetierten. Die beiden Klassen besichtigten an diesem Tag einen Teil des Stollensystems, in dem kriegswichtige Güter produziert wurden. Jenny schrieb in ihrem Reisebericht zur Besichtigung des Stollens: „Da bekam man gleich Gänsehaut.“  Zudem erkundeten die Schüler das ehemalige Gelände des Konzentrationslagers und erfuhren etwas zum Leben der ehemaligen Häftlinge, z.B. wie groß waren die täglichen Essensrationen, wie waren die Menschen untergebracht und wie sah ihr Alltag aus. Am Massengrab hielten die Schüler inne.

 

  • „Wir waren geschockt vom Massengrab.“ (Auszug aus dem Reisebericht von Vanessa)
  • „(…) diese Augenblicke und Momente der Traurigkeit sind nicht auszudrücken.“ (Auszug aus dem Reisebericht von Marie-Ines, Laura-Monique und Madeline)
  • „Erschreckend und traurig zugleich.“ (Auszug aus dem Reisebericht von Stacie und Celina)

 

Wir danken zum einen der Gedenkstätte für die Gestaltung des Tages. Zum anderen gilt unser Dank der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt gefördert hat.

 

Autoren: HOM/BÄM (06.08.2018)

Abschluss des Schuljahres 2017/18

 

Am Mittwoch, den 27.06.2018, verabschiedete das Kollegium der BbS ASL-SFT "WEMA" nicht nur das Schuljahr 2017/18, sondern auch die Schulleiterin Frau Schmidt sowie Frau Henkel, Frau Stolle und Herrn Karnowski in einen neuen Lebensabschnitt.

 

 

Autoren: EBJ/ROC (04.07.2018)

Gedenkstättenfahrt in das ehemalige KZ Langenstein-Zwieberge

 

Am 22. Mai 2018 fuhren die Klassen Haus- und Familienpflege (HFP 17), Einstiegsqualifizierung (EQ+) und Sozialassis-tenten (SAS 17A) in das ehemalige Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge bei Halberstadt. Die Schüler besichtigten zu Beginn den ehemaligen Produktionsstollen mit dem Decknahmen „Malachit“. Dort erfuhren sie, wie die KZ-Häftlinge durch unmenschliche Zwangsarbeit vernichtet wurden. Im weiteren Tagesverlauf erkundeten die Klassen das ehemalige KZ-Gelände mit seinen Massengräbern. Sie bearbeiteten gruppenweise Fragen an verschiedenen Stationen. Abschließend erfolgte eine ausführliche Auswertung der Schülerrecherchen.

Der Besuch der Gedenkstätte wurde durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Wir danken den Mitarbeitern der Gedenkstätte für die Umsetzung des Projekttages.

 

Autor: BÄM (11.06.2018)

Aktion: "Lies mal wieder!"

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Freistunde und Langeweile? Damit ist jetzt Schluss. Genieß doch das schöne Wetter mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch. Das Buch findest Du in unserer „Bücherkiste“ im Foyer. Und sollte das Wetter mal schlecht sein, dann entspann Dich doch einfach in unserer Leseecke. Wir haben Bücher aus verschiedenen Genres. Und so einfach geht’s: Nimm Dir ein Buch, tausche ein Buch gegen ein anderes aus oder bring einfach ein gutes Buch mit. Wichtig ist, dass das Buch nicht ausstirbt und Du liest.

Wir wünschen Dir viel Freude beim Lesen.


Autor: BÄM




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