Bücherbörse im Kleinformat

Sie kennen vielleicht ausgemusterte Telefonzellen, die ein zweites Leben als Austauschbibliotheken bekommen. So etwas gibt es in Ascherleben jetzt auch. Im September erreichte unsere Schule eine Einladung zu einem Wettbewerb des Bundes-verbands Alphabetisierung und Grundbildung e.V., die zur Schaffung eines öffentlichen Bücherschranks aufrief. Wir nahmen die Herausforderung vor dem Hintergrund an, die Menschen wieder zum Lesen von Büchern bewegen zu wollen. Im Unterricht integrierten wir das Projekt „Bücherschank“. Die Klasse des Berufsvorbereitungsjahres BVJ 18G bekam einen ausgemusterten Kleiderspint als Rohmaterial zur Verfügung gestellt. Die Schüler reinigten den Spint, entwickelten Ideen zur Gestaltung, erstellten Konstruktionszeichnungen, schnitten und kanteten Bleche als Einlegeböden und lackierten den Bücherschank in bunten Farben. Unseren Bücherschrank finden Sie in der öffentlichen Cafeteria, Ecke Volksküche und Turnhalle „WEMA“ in der Langen Reihe in Aschersleben.

 

Sie sind herzlich eingeladen, Bücher zu tauschen, sich Bücher zu nehmen oder ausgelesene Bücher hineinzustellen. Unsere Schule wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen.

 

Autor: BÄM (18.11.2018)

„Ungesetzlicher Grenzübertritt“ –ein Fall für die Stasi

Viele Jugendliche haben den Begriff Stasi schon gehört, wissen jedoch nicht, was sich dahinter verbirgt. Das Wort galt umgangssprachlich als Abkürzung für Staatssicherheit oder formal Ministerium für Staatssicherheit (MfS). In ihrem Selbstverständnis war sie das Schwert und Schild der Partei (Sozialistische Einheitspartei Deutschland, kurz SED) und nahm geheimdienstliche Aufgaben im In- und Ausland war. Sie war ein wesentlicher Bestandteil des DDR-Regimes. Zu einem ihrer Aufgabenbereiche gehörten unter anderem auch die sogenannten Republikflüchtlinge, also Bürger, die die Deutsche Demokratische Republik verlassen wollten, um an einem anderen Ort ein neues Leben zu beginnen. Das mag im ersten Moment nicht spektakulär klingen, man kann schließlich in heutigen Sendeformaten bei privaten Fernsehsendern sehen, wie Deutsche im Ausland ihr neues Leben starten wollen. Damals war es jedoch eine Straftat. In schweren Fällen von ungesetzlichem Grenzübertritt sah das Strafgesetzbuch der DDR eine Haftstrafe von bis zu acht Jahren vor. Ebenfalls war die Planung und Vorbereitung ein Straftatbestand.

 

Dieser Thematik widmeten sich am 29. Oktober 2018 die angehenden Industrie- und Konstruktionsmechaniker des 1. Ausbildungsjahres (IME 18A, IME 18B, KME 18) und besuchten die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg, einem ehemaligen Stasiknast. Die Klassen konnten sich in der Dauerausstellung informieren, den Zellentrakt und den Freigangbereich besichtigen und hatten die Möglichkeit mit einem Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. Eng und bedrückend wirkt der Komplex, kaum vorstellbar, einen Großteil seines Lebens hier verbringen zu müssen, weil man sich ein besseres Leben erhoffte.

 

Wir danken den Mitarbeitern der Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg für die Umsetzung des Projekttages sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt finanziell gefördert hat.

 

Autor: BÄM (18.11.2018)

Woche der Projekte

Filmplakat gestalten Holzwerkstatt Kissen gestalten Malerei

 

 

Die Schulwoche vom 5. bis 9. November 2018 stand bei unseren Schülerinnen und Schülern der BbS „WEMA“ im Zeichen verschiedener Projekte.


Die Jugendlichen des Berufsvorbereitungsjahres, sowohl Deutsche als auch Migranten, besuchten die ganze Woche die Kreativwerkstatt in Aschersleben. In verschiedenen Kursen konnten Sie sich beispielsweise mit den Themen Fotografie, Malerei, Plakatgestaltung, Gestaltung von Häusern auf Stelzen und Design von Wohnaccessoires auseinandersetzen und ihren Ideen freien Lauf lassen.


Die Schülerinnen und Schüler (Sozialassistenz, Haus- und Familienpflege sowie die Einstiegsqualifizierung) nahmen an den „Jüdischen Kulturtagen 2018“ am 6. November 2018 in Aschersleben teil. Kern des Tagesprogramms war der Film „Wir Juden aus Breslau“. Anschließend stand der Regisseur den Anmerkungen und Fragen der Klassen zur Verfügung.


Am Mittwoch, dem 7. November 2018, widmeten sich die Klassen der Berufsfachschule (Sozialassistenz, Haus- und Familienpflege) sowie die Schülerinnen und Schüler der metallverarbeitenden Berufe dem Thema Mobbing. Zu Gast war Carsten Stahl, vielen bekannt aus verschiedenen Sendeformaten eines privaten Fernsehsenders.

 

Autoren: BÄM/HUK (12.11.2018)

Und wieder ein Tag im Rahmen der "Weltethos-Schule"

Am heutigen 25. Oktober 2018 fuhren die Klassen IME 16B, ZSM 17 und MBK/FPM 16 zur Gedenkstätte „Deutsche Teilung“ in Marienborn. Diese ehemalige Grenzübergangsstelle der DDR zur Bundesrepublik Deutschland an der jetzigen Bundesautobahn 2 ist Teil unserer Aktivitäten im Rahmen einer Weltethos-Schule.


Der Bus eines einheimischen Unternehmens fuhr pünktlich um 08.45 Uhr in Aschersleben los. An Bord 50 junge Menschen, die die DDR nur aus dem Unterricht kennen.


In Marienborn wurden wir im Seminarraum der Gedenkstätte empfangen und der Tag begann mit einigen einstimmenden Worten der dortigen Betreuer. Nach der Teilung in 2 Gruppen begann der Rundgang über Kommandoturm, Passkontrolle und Zwangsumtauschstelle der Staatsbank der DDR.


Abschließend sammelten wir uns erneut im Seminarraum zu einem Bildvortrag mit gewünschter Diskussionstätigkeit. Einige Schüler machten davon auch guten Gebrauch. Gegenstand war das Wechselspiel zwischen Gesetzestexten der DDR, den Regeln der UNO und der Realität an der Grenze bzw. des Lebens in der DDR gegenüber kritischen und unbequemen Bürgern, die die Realität nicht als „Hin Nehmer“ dulden wollten oder zu ihren Familienmitgliedern auf der anderen Seite wollten.


Alle Betreuer, ob aus Ost oder West, hatten in ihrem Leben etwas mit der Grenze oder der Teilung der Familie zu tun.


Den zweiten Teil absolvierten wir im Grenzdenkmal in Hötensleben. Dort steht ein Originalstück der Grenzbefestigung, welche an Ortschaften aufgebaut wurde. Hier wurde eindeutig aufgezeigt, dass die gesamte Grenzbefestigung nicht gegen die imperialistischen Feinde im Westen gerichtet war, sondern gegen die eigene Bevölkerung. Es wurde verdeutlicht, mit Zitaten und Tondokumenten, dass dem Staat die Sicherung der Grenze mit Null-Durchlässigkeit in Richtung Westen wichtiger war, als die Würde und Freiheit nach Menschenrechten. Auch nach dem Beitritt der DDR zur UNO.

 

Das Wetter mit seinem Regen gab eine passende Umrahmung zu diesem wichtigen Thema der eigenen Geschichte.

 

Gegen 15.30 Uhr kamen alle wohlbehalten von dieser Exkursion zurück. Erste Gespräche der begleitenden Lehrer/innen mit den Schülern zeigten, dass bei den Schülern einige tiefsitzende Eindrücke vorhanden waren.


Diese Exkursion fand dank der Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen- Anhalts statt.

 

Autor: HEU (27.10.2018)

Reisebericht der Fahrt in die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg

  

 

Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg

  

„Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigtem ein Geständnis erlangt werden“

 

Am 19.09.18 besuchten die Industrie-, Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker/-innen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres (ZSM 16, IME 17A; KME 16) die Gedenkstätte am Moritzplatz in Magdeburg. Die Gedenkstätte erinnert an die von dem damaligen Ministerium für Staatssicherheit (MfS) verfolgten und inhaftierten Menschen während der DDR-Regierung. Der Hintergrund für die Inhaftierung war prinzipiell politisch motiviert. Jeder der auch nur versuchte die Deutsche Demokratische Republik zu verlassen, galt als Staatsfeind und sollte gezielt eingesperrt oder abgeschoben werden.

 

Zu Beginn wurden wir im Innenhof durch die Mitarbeiter der Gedenkstätte freundlich begrüßt. Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung zur Gedenkstätte teilten wir uns in drei Gruppen auf. Innerhalb der Führung besuchten wir unter anderem den Vernehmerraum, den Gefängnistrakt, die Begünstigtenzelle sowie die damaligen „Freistundenzellen“. Am Eindrucksvollsten war aber die Stimmung, welche in jedem Raum fast schon spürbar war. Alle Räumlichkeiten waren sehr klein und beklemmend. Zudem wurden durch die Mitarbeiter eindrucksvoll die Haftbedingungen sowie die gezielte „Zersetzung“ der Inhaftierten beschrieben.
Dass der Schwerpunkt des Magdeburger Stasi-Untersuchungsgefängnisses auf den Menschen selbst liegt, wurde auch in der Dauerausstellung sichtbar. Die Schüler und Schülerinnen konnten anhand von damaligen Dokumenten, wie etwa Verhörprotokolle, Briefe, Anweisungen oder Fotos nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter charakterisieren.
Nach der Mittagspause stand zum Abschluss ein Zeitzeuge zur Verfügung. Innerhalb des Konferenzraumes lauschten die Schüler und Schülerinnen dem Werdegang sowie den Umständen für damalige Inhaftierung im Moritzhof. Seine Motivation, die Planung, sowie der schließlich ausgeführte Fluchtversuch über die Grenzpassage Helmstedt – Marienborn wurde eindrucksvoll dargestellt.

 

Wir danken der Gedenkstätte Moritzhof für die tolle und interessante Gestaltung des Tages sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, welche diese Fahrt gefördert und ermöglicht hat.

 

Autor: MAC (27.10.2018)

Die Produktion geht unter Tage

Unter Tage

 

Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, erinnerte sich ein Großteil der Menschen bestimmt noch an den vorangegangenen Krieg. Die anfänglichen Erfolge des Blitzkriegs zerstreuten sicherlich viele Ängste bei den Deutschen. Sie glaubten, es werde ein kurzer Krieg werden, der zugunsten des Deutschen Reichs ausfallen wird. Die Geschichte zeigte, es kam anders. Der Krieg kam auch in Deutschland an. Städte und kriegswichtige Anlagen rückten ins Ziel alliierter Bomberverbände. Luftschutzalarme gehörten zur Tagesordnung und das deutsche Volk verlagerte sein Leben notgedrungen in die Luftschutzkeller und Bunkeranlagen. Es ist ein logischer Folgeschluss, dass die Industrie ebenfalls mit ihrer Produktion umzog und ihre Anlagen unter Tage ausquartierte – geschützt vor feindlicher Aufklärung und alliierten Bomberangriffen. Da die deutschen Männer für den „Endsieg“ an der Front kämpften, fehlten sie natürlich in der Rüstungsproduktion. Fehlende Arbeitskräfte, die die deutsche Industrie für die Herstellung kriegswichtiger Güter benötigte, wurden nun durch Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten ersetzt. Ein Produkt dieser Zwangsmaßnahmen liegt bei Halberstadt, einem idyllischem Ort namens Langenstein. Hier entstand ein Produktionsstollen mit angeschlossenem Konzentrationslager.

 

Am 25. September 2018 besuchten zwei Fachoberschulklassen der Fachrichtung Wirtschaft (2FOW 17A und 2FOW 17B) unserer Berufsbildenden Schulen „WEMA“ die Konzentrationsgedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Die Schüler und Schülerinnen teilten sich zunächst in zwei Gruppen auf, um abwechselnd den ehemaligen Produktionsstollen und das ehemalige Konzentrationslager zu erkunden. Am eigenen Leib erfuhren die jungen Menschen die Dunkelheit, die Enge und die Kälte im Produktionsstollen, in denen die Zwangsarbeiter täglich bis zu 14 Stunden arbeiten mussten. Das Außengelände wurde mithilfe von Tablets und Arbeitsaufträgen erkundet. So recherchierten die jungen Menschen beispielsweise zu den Fragestellungen: Wie viel Platz hatte ein Häftling in der Baracke, wie sah ihr Arbeitsalltag aus oder was gab es als Verpflegung. Die beiden Klassen stellten fest, dass hier Lebensbedingungen vorlagen, die wir uns heute sicherlich nur schwer vorstellen können.

 

Wir danken der Gedenkstätte und ihren Mitarbeitern für die interessante Gestaltung des Tages. Unser weiterer Dank gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt finanziert hat.

 

Autor: BÄM (27.10.2018)

Exkursion zur ehemaligen innerdeutschen Grenze

 

Am 13. September 2018 besuchten zwei Klassen der Berufsbildenden Schulen „WEMA“ einen Ort, der Deutschland über Jahrzehnte lang teilte - die ehemalige innerdeutsche Grenze.

Die angehenden Industriekaufleute und Kaufleute für Büromanagement des 1. Ausbildungsjahrs (INK 18 und KBM 18) besichtigten an diesem Tag gleich zwei Standorte. Zunächst fuhren die beiden Klassen aus Staßfurt nach Marienborn, der heutigen Gedenkstätte „Deutsche Teilung“. Nach einer kurzen Begrüßung gab es eine Führung durch den ehemaligen Grenzübergang mit all seinen Bestandteilen. Anschließend erfolgte eine Diskussionsrunde, die sich der zentralen Fragestellung: „Das Grenzregime der DDR – eine systematische Verletzung grundlegender Menschenrechte?!“ widmete.

Zur Mittagszeit wurde der Bus bestiegen und die Reisegruppe fuhr zur nächsten Station jüngerer deutsch-deutschen Geschichte – dem Grenzdenkmal in Hötensleben.

Hötensleben, ein kleines Dorf wie jedes andere auch. Einen Unterschied gibt es jedoch, die Spuren der Teilung Deutschlands, sind in Form eines erhaltenen Grenzabschnitts noch sichtbar.

 

„Stellen Sie sich vor, Sie sind in der ehemaligen DDR geboren wurden und wollten in der Bundesrepublik Deutschland leben. Kein Problem, Sie mussten nur einige hunderte Meter Grenze überwinden und ein paar „kleine“ Hürden nehmen. Die Hürden, das waren Mauern und Zäune mit Selbstschussanlagen, Lichtsperren, LKW- und Panzersperren,  ein paar Grenzsoldaten und scharfe Hunde im Freilauf.“ (Satirische Anmerkung des Autors)

 

Man möge mir meine Satire verzeihen, jedoch zeigt der Aufbau der ehemaligen innerdeutschen Grenze durchaus, mit welchem Aufwand ein Staat versuchte, seine Bürger einzusperren. Die Chance, die Grenze auf diesem Weg zu bewältigen war sehr gering und erklärt die Vielzahl der Todesopfer.

Die SchülerInnen bekamen die Möglichkeit, die Dimensionen des Grenzbereiches erleben, um sich ansatzweise vorzustellen, welche Risiken Menschen auf sich nahmen, um in der Bundesrepublik Deutschland leben zu können.

Wir danken zum einen der Gedenkstätte, die uns die Einblicke in die jüngere deutsche Geschichte geboten hat.  Zum anderen gilt unser weiterer Dank der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Exkursion durch finanzielle Mittel ermöglicht hat.

 

Autor: BÄM (23.10.2018)

Ein schönes Tal?

Wir, die Schüler der KME17, kamen am sehr schönen Morgen des 16. Oktobers 2018 im malerischen Langenstein an. Die Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge erschien uns im Licht der frühen Sonne - eine Idylle!

Doch dieser Eindruck sollte sich rasch ändern.

Nach kurzer Einführung führte uns Frau Rosenkranz zum Eingang des Stollensystems. Leider nur zum Eingang. Wir liefen den Weg, den tausende von KZ-Häftlingen von April 1944 bis April 1945 gehen mussten und konnten uns einen kleinen Eindruck von dieser Tragödie verschaffen. Ein kilometerlanges Stollensystem, von Menschen geschaffen unter unvorstellbaren, schrecklichen, ja qualvollen Bedingungen. Dies haben tausende Menschen mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Der anschließende Rundgang über das Lagergelände war nicht weniger grauenvoll. Beim Anblick eines Massengrabes gefror uns beinahe das Blut in den Adern. Hier zu stehen und zu hören, welche lebensverachtenden Umstände und Situationen es genau hier gegeben hat, ist jeder Vorstellungskraft fern. Diese Skrupellosigkeit kann nicht einem gesunden Menschenverstand entsprungen sein. Leider kam das Kriegsende und somit die Rettung für viele zu spät.

Der Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge ist eine beeindruckende Erfahrung und eine wichtige Mahnung, so etwas nie wieder geschehen zu lassen.

Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung für die Übernahme der Kosten.

 

Autor: KME17, der Klassensprecher (23.10.2018)

Lehrer der Berufsbildenden Schulen Aschersleben-Staßfurt „WEMA“ auf Fortbildung bei den Ausbildungsbetrieben ihrer Schüler

Für die Lehrkräfte des Fachbereichs Metalltechnik der BbS „WEMA“ Aschersleben-Staßfurt hat die intensive Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben oberste Priorität. So gehört es mittlerweile zur Tradition, jährlich eine Betriebsbesichtigung in einem Ausbildungsbetrieb durchzuführen. In diesem Jahr besuchten wir das esco Werk in Bernburg. Nach der Begrüßung und Einweisung durch esco-Mitarbeiter Tino Renkowski konnten acht Kollegen das Bergwerk unter Tage besichtigen. Dort wurde uns erklärt, wie aus den einzelnen Bergwerksfeldern Salz gewonnen und anschließend weiter verarbeitet wird. Beeindruckt stellten wir während der Fahrt durch die Stollen fest, wie weitläufig sich das Gelände unter Bernburgs Straßen und darüber hinaus gestaltet. Zur selben Zeit schauten sich die anderen Kollegen über Tage einen Mahlanlage, das Zwischenlager sowie die Verladung des Bernburger Werks an. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erlebten wir schließlich, wie im Salzturm das Salz von unter nach über Tage gefördert wird, hierbei werden 20t Salz in einem einzigen Fördergefäß transportiert. Beim abschließenden Besuch der mechanischen Werkstatt lernten wir die Arbeitsplätze einiger unserer Auszubildenden kennen. Durch diese Betriebsbesichtigung konnten alle Kollegen neue Erkenntnisse gewinnen, die dann zukünftig im Unterrichtsgeschehen ihren Platz finden werden.


Die BbS „WEMA“ Aschersleben-Staßfurt bilden seit vielen Jahren Industriemechaniker aus, die unter anderem im esco Werk Bernburg ihre praktische Ausbildung durchlaufen. Die Kollegen des Fachbereichs Metalltechnik aus Aschersleben nutzten diese schulinterne systemische Fortbildung, um den für uns so bedeutsamen Austausch zwischen Betrieb und Schule weiter zu fördern. Außerdem bot uns der Betriebsrundgang die Möglichkeit, das fachliche Wissen aufzufrischen bzw. zu erweitern. Die Erkenntnisse aus der Praxis kommen unseren Auszubildenden bei der inhaltlichen Planung der Lernfelder zugute und garantieren somit einen anschaulichen und praxisnahen Unterricht.

 

Autor: HAM (11.10.2018)

>Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden.<

So lautet der Titel des Programms der Gedenkstätte am Moritzplatz in Magdeburg. In der DDR war es eine Untersuchungshaftanstalt, die vom „Ministerium für Staatssicherheit der DDR“ (MfS) für den Bezirk Magdeburg genutzt wurde.

Inhaftiert waren hier Menschen, die versuchten die ehemalige Deutsche Demokratische Republik zu verlassen, um in Freiheit oder in wirtschaftlich besseren Verhältnissen zu leben.

 

Ich bin in Magdeburg aufgewachsen, ca. 300 Meter Luftlinie von der Untersuchungshaftanstalt. Das ehemalige Gefängnis war eingebettet in einem Wohngebiet mit Plattenbauten und Gebäuden aus der Gründerzeit. Kirche, Kino und Schule befinden sich immer noch in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen „Stasiknast“. Als Kind nahm ich die Untersuchungshaftanstalt nicht wahr, sie lag auf der anderen Seite der Westtangente bzw. des Magdeburger Rings. Als ich älter wurde fragte ich meine Eltern, was das für ein großes Haus ist. „Frag nicht.“ lautete ihre Antwort. Meine Eltern ahnten scheinbar schon, was dort passierte und wussten, dass es wohl besser wäre, nicht darüber zu reden, damit ich mich nicht in der Schule verspreche und sie Ärger bekamen.

(Persönliche Erinnerungen des Autors)

 

Am 29. August 2018 besuchten die angehenden Industriekaufleute (INK 17) und die FachoberschülerInnen (2FOW18) die Gedenkstätte am Moritzplatz. Die Klassen wurden durch die Gefängniszellen und den Außenbereich geführt. Im Anschluss erfolgte die Besichtigung der Dauerausstellung und abschließend bekamen die SchülerInnen die Möglichkeit zu einem Zeitzeugengespräch mit einem ehemaligen Häftling dieser Untersuchungshaftanstalt.

 

„Mit großem Entsetzen erkannten wir, in welch katastrophalen und menschenunwürdigen Zuständen die Menschen hier inhaftiert wurden. Die Zellen und der Außenbereich waren sehr klein und nur mit dem nötigsten Mobiliar ausgestattet.“

(Auszug aus dem Exkursionsbericht von Marie Luise)

 

„Bereich des Freigangs (…) dreieinhalb bis vier Quadratmeter große vollkommene abgeschottete Zellen im Außenbereich. (…) vollkommene Isolation (…) enorme psychische Folter.“

(Auszug aus dem Bericht von Stefanie und Lucas)

 

Wir danken der Gedenkstätte „Moritzplatz“, die uns die Einblicke in die jüngere deutsche Geschichte ermöglicht hat. Unser weiterer Dank gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt finanziell gefördert hat.

 

Autor: BÄM (27.09.2018)

Durchschnittliche Lebenserwartung: 6 Wochen

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Wie lange kann man einen 14 stündigen Arbeitstag mit sehr schweren körperlichen Belastungen überleben, wenn man täglich nur 130 Gramm Schokolade oder 135 Gramm Kartoffelchips zum Essen bekommt?

Der Energiebedarf von ca. 700kcal, den diese Menge Schokolade bzw. Chips enthalten entspricht der Tagesration eines KZ-Häftlings*. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung im KZ Langenstein-Zwieberge lag bei 6 Wochen.
Am 21. August 2018 besuchten die Einzelhandels- und Verkäuferklassen (EHK 16 und VEK 16A) die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge. Die Klassen bekamen zunächst eine Führung durch die Produktionsanlage unter Tage.

 

Kein Unbeteiligter kann sich auch nur ansatzweise vorstellen, welche menschenverachtenden und lebensunwürdigen Ausmaße zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland geherrscht haben.(…) Wir gingen den denselben Weg zum Stollen, sahen die unzumutbaren Lebensbedingungen und erfuhren mehr zu dem kräftezehrenden und grausamen Arbeitsalltag, den die Insassen täglich zu überleben versucht haben. (Auszug aus dem Exkursionsberichts von Maximilian)

 

Im Anschluss erkundeten die Klassen die Außenanlagen des ehemaligen Konzentrationslagers.

 

Geocaching war angesagt. Wir fanden es cool mit dem digitalen Kompass und Tablet los zu gehen. Allerdings war die Freude schnell wieder vergangen als wir die Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge kennen lernten. 400 Menschen in einer Baracke? Für uns nur schwer vorstellbar! Essen war Mangelware. Es gab Suppe und eine Scheibe Brot. Und das jeden Tag. Kein Wunder, warum die Lebenserwartung maximal 6 Wochen betrug.

(Auszug aus dem Bericht von Joe)

 

Wir danken den Mitarbeitern der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge für die Möglichkeit zur Besichtigung des Außengeländes sowie zur Führung durch den Produktionsstollen. Unser weiterer Dank gilt der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Schulfahrt finanziell gefördert hat.

 

* Die Kalorienmenge wurde aufgrund der Aussage des ehemaligen KZ-Häftlings Ryszard Kosinski (Quelle: Foto) und unter Verwendung eines Nährwertrechners im Internet (Quelle: https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerttabelle/) ermittelt.

 

Autoren: HOM/ BÄM (18.09.2018)

Reisebericht der Fahrt in die Gedenkstätten der Deutschen Teilung
Marienborn und Hötensleben

 

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 und dem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland wurde mit dem Potsdamer Abkommen Deutschland am 2. August 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Schnell kam es zu Spannungen zwischen den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion. Die drei westlichen Zonen standen der Sowjetunion gegenüber. Mit der fortschreitenden Konfrontation zwischen Ost und West und der unangekündigten Währungsreform 1948 in der Trizone, die in einer Berlin Blockade gipfelte, wurde Deutschland im Jahr 1949 geteilt. Es entstanden die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR).


Mit der neuen Republik im Osten Deutschlands sollte ein Land nach sowjetischem Vorbild entstehen, in dem alle Menschen gleichberechtigt sind und in dem allen alles gehört. Die Wahrheit sah anders aus. Es entstand ein Land, in dem eine einzige Partei (die SED) über alles bestimmte. Freie Berufswahl, freie Medien oder freie Meinungsäußerungen wurden unterbunden, Familien zerrissen und Menschen systematisch beobachtet und kontrolliert.


Die Grenzpassage Helmstedt – Marienborn sowie der ehemalige Grenzabschnitt Hötensleben gehören zu den herausragenden Erinnerungsorten der deutschen und europäischen Teilungsgeschichte in der Zeit des Kalten Krieges.
Am 23.08.18 besuchten die Industriemechaniker/-innen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres die Gedenkstätten der innerdeutschen Teilung. Zuerst ging es nach Marienborn. Durch die Autobahn A2 entwickelte sich dieser Ort zum größten und wichtigsten Kontrollpassierpunkt an der Grenze. Die beiden Klassen besichtigten das ehemalige Kontrollareal mit Passkontrolle, Zollkontrolle, Kontrollgarage, Kommandantenturm sowie die Sonderausstellung mit zahlreichen Informationen und Exponaten. Am interessantesten wurden die Selbstschussanlage und der sogenannte „Pfiffie“, eine KFZ-Rollsperre, die sogar einen 50-Tonnen LKW zum Stillstand bringen konnte, aufgenommen.


Nach einer kurzen Mittagspause wurde der ehemalige Grenzabschnitt Hötensleben besucht. Die Gedenkstätte umfasst ein im Original erhaltenes Teilstück der Grenzanlagen der DDR. Der wohl prägendste Aspekt war die Lage der Einrichtung selbst. Alle Mauern, Zäune und Barrikaden wurden „freundwärts“ angelegt. Sie zeigten also in die Ostzone und waren somit konzipiert, Menschen die Einreise in den Westen, wenn nötig auch gewaltsam, zu verwehren.
Wir danken der Gedenkstätte für die interessante Gestaltung des Tages sowie der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt gefördert und ermöglicht hat.

 

Autor: MAC (13.09.2018)

Reisebericht der Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager
Langenstein-Zweiberge

 

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Treblinka, Ausschwitz und Buchenwald sind fest verankerte Begriffe für die Grausamkeiten des NS-Regimes. Das Netz war jedoch dichter geknüpft. In vielen Teilen unseres Landes finden sich teils unbekannte Konzentrationslager. Am 12. Juni 2018 besuchten die Verkäufer des ersten Ausbildungsjahres (VEK 17B) sowie die angehenden Einzelhändler (EHK 17) die KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge. Ein Ort, an dem Menschen zur Arbeit gezwungen wurden und unter kaum vorzustellenden Bedingungen vegetierten. Die beiden Klassen besichtigten an diesem Tag einen Teil des Stollensystems, in dem kriegswichtige Güter produziert wurden. Jenny schrieb in ihrem Reisebericht zur Besichtigung des Stollens: „Da bekam man gleich Gänsehaut.“  Zudem erkundeten die Schüler das ehemalige Gelände des Konzentrationslagers und erfuhren etwas zum Leben der ehemaligen Häftlinge, z.B. wie groß waren die täglichen Essensrationen, wie waren die Menschen untergebracht und wie sah ihr Alltag aus. Am Massengrab hielten die Schüler inne.

 

  • „Wir waren geschockt vom Massengrab.“ (Auszug aus dem Reisebericht von Vanessa)
  • „(…) diese Augenblicke und Momente der Traurigkeit sind nicht auszudrücken.“ (Auszug aus dem Reisebericht von Marie-Ines, Laura-Monique und Madeline)
  • „Erschreckend und traurig zugleich.“ (Auszug aus dem Reisebericht von Stacie und Celina)

 

Wir danken zum einen der Gedenkstätte für die Gestaltung des Tages. Zum anderen gilt unser Dank der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die diese Fahrt gefördert hat.

 

Autoren: HOM/BÄM (06.08.2018)

Abschluss des Schuljahres 2017/18

 

Am Mittwoch, den 27.06.2018, verabschiedete das Kollegium der BbS ASL-SFT "WEMA" nicht nur das Schuljahr 2017/18, sondern auch die Schulleiterin Frau Schmidt sowie Frau Henkel, Frau Stolle und Herrn Karnowski in einen neuen Lebensabschnitt.

 

 

Autoren: EBJ/ROC (04.07.2018)

Gedenkstättenfahrt in das ehemalige KZ Langenstein-Zwieberge

 

Am 22. Mai 2018 fuhren die Klassen Haus- und Familienpflege (HFP 17), Einstiegsqualifizierung (EQ+) und Sozialassis-tenten (SAS 17A) in das ehemalige Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge bei Halberstadt. Die Schüler besichtigten zu Beginn den ehemaligen Produktionsstollen mit dem Decknahmen „Malachit“. Dort erfuhren sie, wie die KZ-Häftlinge durch unmenschliche Zwangsarbeit vernichtet wurden. Im weiteren Tagesverlauf erkundeten die Klassen das ehemalige KZ-Gelände mit seinen Massengräbern. Sie bearbeiteten gruppenweise Fragen an verschiedenen Stationen. Abschließend erfolgte eine ausführliche Auswertung der Schülerrecherchen.

Der Besuch der Gedenkstätte wurde durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Wir danken den Mitarbeitern der Gedenkstätte für die Umsetzung des Projekttages.

 

Autor: BÄM (11.06.2018)

Aktion: "Lies mal wieder!"

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Freistunde und Langeweile? Damit ist jetzt Schluss. Genieß doch das schöne Wetter mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch. Das Buch findest Du in unserer „Bücherkiste“ im Foyer. Und sollte das Wetter mal schlecht sein, dann entspann Dich doch einfach in unserer Leseecke. Wir haben Bücher aus verschiedenen Genres. Und so einfach geht’s: Nimm Dir ein Buch, tausche ein Buch gegen ein anderes aus oder bring einfach ein gutes Buch mit. Wichtig ist, dass das Buch nicht ausstirbt und Du liest.

Wir wünschen Dir viel Freude beim Lesen.


Autor: BÄM




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